Oxforf (RPO). Es gibt einen Ort in England, wo die Sonne immer scheint – auf Knopfdruck, etwa 30 Sekunden lang. Trotzdem ist ein Sonnenbad oder Picknick auf dem Rasen des Culham Science Centre (CSC) bei Oxford das Letzte, woran Dr. Matthias Brix denkt, wenn er jeden Morgen die riesige weiße Halle betritt, in die locker eine Boeing-737 hineinpassen würde.
Der 44-jährige Physiker aus Wanne-Eickel gehört zum 400-köpfigen multinationalen Team von Forschern, die eine winzige Menge gasförmiges Deuterium (schwerer Wasserstoff) und Tritium auf eine unvorstellbare Temperatur von 100 Millionen Grad erhitzen, um eine Kernschmelze wie im Inneren der Sonne auszulösen.
Dann sieht es im Inneren einer kringelförmigen Brennkammer so aus, als hätte jemand eine pinkfarbene Neonlampe eingeschaltet. Ein Flackern, dann ist der künstliche „Stern" wieder erloschen. „Es könnte noch bis 2060 dauern, ehe diese Technologie in Kraftwerken zum Einsatz kommt. Aber dann werden die Menschen die Fusion als eine umweltfreundlichere Alternative zur Kernspaltung Tausende Jahre lang nutzen können", sagt hoffnungsvoll Brix.
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VON ALEXEI MAKARTSEV - zuletzt aktualisiert: 18.04.2011 - 08:00



